Vermögensaufteilung
Langfristige Performance wird durch die Vermögensaufteilung bestimmt.
Bisher haben wir gelernt, dass wir in unkorrelierte Anlageklassen investieren und diese Anlagen über einen langen Zeitraum halten sollten. Aber wie wählen wir die Anlageklassen aus, und wie viel investieren wir in jede?
Dies wird als Vermögensaufteilung (Asset Allocation) bezeichnet und ist der mit Abstand wichtigste Einflussfaktor auf die langfristige Anlageperformance.
Eine vernünftige Wahl treffen und dann dabei bleiben
Die meisten Bücher empfehlen, deine „persönliche Risikobereitschaft" einzuschätzen, und basierend auf der angestrebten Rendite kann dann eine passende Vermögensaufteilung ermittelt werden. Aber Studien haben gezeigt, dass wir Menschen furchtbar schlecht darin sind, unsere eigene Risikobereitschaft einzuschätzen. In guten Zeiten fühlen wir uns mutig. In schlechten Zeiten werden wir konservativ.
Entscheidungslähmung, Überanalyse und ständiges Umdenken bei der Vermögensaufteilung sind schädlich für die langfristige Performance. Die meisten Anleger, die ich kenne — mich eingeschlossen — haben sich irgendwann dabei ertappt, zwischen verschiedenen Aufteilungen hin und her zu springen und dabei zuzusehen, wie ihre Anlageperformance sinkt.
In diesem Leitfaden konzentrieren wir uns auf das Wesentliche — dass du jetzt anfängst zu investieren und an einem Plan festhältst. Wir überspringen die persönliche Risikobewertung und schlagen einfach konservative Ansätze vor, die für jeden gut funktionieren sollten.
Und zu unserem Glück zeigen die Daten, dass es langfristig weitaus wichtiger ist, an der gewählten Aufteilung festzuhalten, als von Anfang an die „perfekte" gewählt zu haben!
Zwei vorgeschlagene Aufteilungen
In diesem Kapitel werden wir zwei konservative Aufteilungen vorschlagen. Später werden wir die konkreten Anlagen empfehlen, die den Anlageklassen in jedem dieser Pläne entsprechen. (Weitere Aufteilungsoptionen findest du im Bereich Portfolios dieser Website.)
Option 1: Der Klassiker
Einfach und diversifiziert. Während des 34-jährigen Zeitraums von 1974 bis 2008 — die mir verfügbaren Daten — hatten Aufteilungen wie der Klassiker eine jährliche Rendite von etwa 9 %.
- Aktien, 50 %
- Anleihen, 50 %
Option 2: Was ich mache
Mein persönliches Portfolio ist eine leichte Abwandlung einer von dem verstorbenen Harry Browne vorgeschlagenen Vermögensaufteilung namens Permanent Portfolio. Während des 34-jährigen Zeitraums von 1974 bis 2008 hatte diese Aufteilung ebenfalls eine jährliche Rendite von 9,3 %, jedoch bei deutlich geringerer Volatilität.
Das Permanent Portfolio basiert auf der Idee, dass es vier mögliche Zustände der Wirtschaft gibt:
- Aufschwung
- Inflation
- Deflation
- Rezession
Für maximale Diversifikation identifizierte Browne die volatilste Anlageklasse für jeden Wirtschaftszustand und schlug vor, gleich viel in jede zu investieren.
- Aufschwung → Aktien, 25 %
- Inflation → Gold, 25 %
- Deflation → Langfristige Staatsanleihen, 25 %
- Rezession → Bargeld, 25 %
In einem späteren Kapitel werden wir genau sehen, wie man diese Portfolios kauft.
Kernaussage
Langfristig ist die Entscheidung über die Vermögensaufteilung das Wichtigste. An der gewählten Aufteilung festzuhalten ist wichtiger, als die optimale zu finden.